Phantasiereise Sinnesreinigung

Vorbemerkung:

Vor der Durchführung dieser Phantasiereise macht es Sinn, sich ein Stück Obst, vielleicht einen Apfel oder eine Erdbeere zu recht zu legen und nach der Übung unmittelbar an dem Obst zu riechen und von ihm zu kosten. Sie werden eine unglaubliche Veränderung Ihrer olfaktorischen und gustatorischen Wahrnehmung feststellen.

Einleitung:

Mache es dir nun recht bequem. Korrigiere vielleicht noch einmal deine Lage, bis du ganz bequem und druckfrei liegst oder sitzt und wenn du soweit bist, schließe ganz zum Schluss deine Augen.

Atme tief ein und aus. Und noch einmal tief ein und aus. Und bei jedem Ausatmen spürst du, wie die Anspannung aus dir hinaus fließt und sich eine tiefe Ruhe und Entspannung in dir ausbreitet.

Eine angenehme Schwere breitet sich in dir aus und du spürst, wie dein Körper nun auch angenehm warm wird. Deine Atmung ist ganz ruhig. Dein Herz schlägt ruhig und regelmäßig.

Deine Gedanken stören dich nicht. Lasse sie kommen und gehen. Lasse sie kreisen in deinem Kopf, aber halte sie nicht fest und beschäftige dich nicht mit Ihnen. Stelle dir vor, deine Gedanken seien wie Herbstlaub im Wind. Sie wehen hin und her, hin und her und ein kräftiger Windstoß weht sie dann endgültig davon.

Phantasiereise

In Gedanken stellst du dir nun vor, dass du der Pilot eines Raumschiffes bist. Das Raumschiff ist winzig klein aber du hast genug Platz, das Raumschiff zu betreten und dich dort wohl zu fühlen.

Schau dich in Ruhe in deinem Raumschiff um. Nehme alle Eindrücke in dich auf.

Während du so durch dein Raumschiff gehst, bemerkst du dort viele Reinigungsgeräte. Wenn du genau hinschaust, kannst du die unterschiedlichsten Dinge wahrnehmen. Du erkennst einen Besen, eine Bürste, einen weichen Lappen und viele andere nützliche Dinge, die man braucht, um eine gründliche Reinigung durchzuführen.

Du gehst weiter durch dein Raumschiff und kommst nun in die Pilotenkanzel.

Vielleicht siehst du hier viele Hebel und bunte Lampen und Knöpfe in deinen Farben. Schaue dir alles in Ruhe an. Du findest die Lenkung des Raumschiffes und nun siehst du auch den Hebel, um die Geschwindigkeit des Raumschiffes zu regulieren. Und da, zwischen all den Knöpfen, bemerkst du auch den Startschalter des Raumschiffes. Es drängt dich danach, das Raumschiff zu starten und eine Reise zu unternehmen. Eine Reise, die dich durch deinen Körper führen wird.

Durch die große Pilotenscheibe des Raumschiffes kannst du erkennen, dass du dich schon in deinem Körper befindest. Wenn du ganz genau hinsiehst, kannst du erkennen, dass du dich in deiner rechten Hand befindest.

Du setzt dich auf den Pilotensitz des Raumschiffes und drückst den Startknopf. Sogleich vernimmst du das ruhige gleichmäßige Brummen des Antriebes.

Vorsichtig drückst du den Gashebel nach vorn und das Raumschiff setzt sich langsam in Bewegung. Es umgibt dich ein Gefühl der Wärme und Vertrautheit. Hier in deinem Körper bist du zu Hause.

Langsam fliegst du durch deine rechte Hand. Schaue dir hier alles genau an. Verweile ruhig etwas und sehe dich um.

Durch deine Hand kommst du nun in deinen Unterarm. Wenn du möchtest, siehst du hier die Muskeln und Sehnen. Wie kleine Seifenblasen schweben friedlich die Blutplättchen an dir vorbei.

Du fliegst weiter an deinem Ellenbogen vorbei und kommst nun in deinen Oberarm. Hier kannst du die großen Muskeln erkennen und möchtest vielleicht etwas verweilen, um dir alles genau anzusehen.

Deine Reise führt dich nun weiter über die rechte Schulter zu deinem Hals. Du siehst die großen Adern in denen ruhig und gleichmäßig das Blut pulsiert und dir ein großes Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens gibt. Alles nimmt seinen normalen Gang und du siehst, dass dein Körper seine Funktionen geschehen lässt.

Dein Raumschiff fliegt nun langsam durch deinen Hals entlang der Speiseröhre in deinen Mund. Schaue dich hier ruhig um. Nehme dir die Zeit, um dich mit der Umgebung vertraut zu machen. Du siehst deine Zunge und entscheidest dich, dein Raumschiff anzuhalten, um die Zunge zu reinigen.

Bevor du dein Raumschiff verlässt, wendest du dich deinen Reinigungsgeräten zu und suchst dir aus, was du für die Reinigung der Zunge brauchen kannst. Vielleicht nimmst du den Eimer und eine Bürste mit. Du kannst auch andere Dinge mitnehmen und steigst nun aus dem Raumschiff aus und beginnst mit der Reinigung der Zunge. Stelle dir vor, dass du alles gründlich sauber machst. Du entfernst den Schmutz aus jedem Winkel und reinigst auch deine Geschmacksnerven auf der Zunge. Nach und nach wird alles sauberer und sauberer. Du fegst nun all den alten Schmutz  zusammen und kehrst ihn in deinen mitgebrachten Eimer.

Wenn du jetzt mit deinem Werk zufrieden bist, sammelst du deine Gerätschaften zusammen. Du nimmst auch den Eimer mit dem Schmutz mit und steigst wieder in das Raumschiff.

Nachdem du wieder auf dem Pilotensitz Platz genommen hast, setzt sich das Raumschiff langsam und behäbig in Bewegung. Durch den Mund fliegst du weiter in die Nase. Stelle dir die Stationen der Reise durch deinen Rachen vor.

So gelangst du schließlich in deine Nase. Als du dich hier umschaust, siehst du an den Naseninnenwänden Schmutzanhaftungen und alte Ablagerungen. Du entschließt sich, auch hier einmal gründlich sauber zu machen.

Suche dir die geeigneten Reinigungsgeräte aus. Vielleicht nimmst du eine Leiter und den Besen und eine Bürste mit und steigst nun aus dem Raumschiff. Du beginnst, die Nasenwände sauber zu machen. Stelle dir vor, was du tust. Du fegst und bürstest, bis die Nase ganz sauber ist. Sie ist jetzt ganz frei und die Luft kann wieder ungehindert durch sie strömen und du kannst ganz unbeschwert alle Gerüche wahrnehmen. Zum Schluss fegst du wieder alle Rückstände zusammen und kehrst sie in deinen Eimer. Du schaust dich noch einmal um und prüfst, ob du auch nichts vergessen hast.

Dann betrittst du wieder dein Raumschiff und räumst deine Gerätschaften an ihren Platz. Nun setzt du deine Reise fort. Von der Nase steuerst du deine Augen an. Schaue dir deinen Reiseweg an und genieße die schöne Aussicht. Schon von Weitem kannst du sehen, dass deine Augäpfel matt sind und du möchtest sie putzen bis sie wieder klar, leuchtend und glänzend sind.

Du hältst dein Raumschiff wieder an. Du nimmst den weichen Polierlappen und was du sonst noch gebrauchen kannst mit und beginnst, die Augäpfel zu polieren. Du beseitigst jeden Schleier und polierst, bis auch der letzte matte Schimmer beseitigt ist. Deine Augen strahlen wieder und glänzen nun und nichts behindert mehr dein Sehen. Zufrieden betrachtest du dein Werk und gehst zu deinem Raumschiff zurück.

Du stellst deine mitgenommenen Dinge wieder an ihren Platz und begibst dich auf den letzten Weg deiner Körperreise. Du steuerst zu deinen Ohren. Sicher umfliegt das Raumschiff alle Hindernisse und du gelangst an das Ziel der Reise. In deinen Ohren siehst du all die kleinen Knöchlein und das Trommelfell. Du erkennst, dass es hier ganz staubig ist. In den Ecken und Nischen liegt der Schmutz und du möchtest auch hier für Sauberkeit sorgen.

Suche dir dein Reinigungsmaterial aus. Vielleicht nimmst du auch ein kleines Kännchen Öl und einen Staubwedel mit. Du verlässt das Raumschiff und beginnst, deine Ohren zu putzen. Du fegst den Staub aus den Nischen und beseitigst mit dem Wedel den Staub vom Trommelfell. Nachdem alles sauber ist, machst du noch ein winziges Tröpfchen Öl an die kleinen Gelenke. Alles funktioniert nun wieder wie ein gutes Uhrwerk.

Zufrieden mit deiner Arbeit räumst du deine Gerätschaften ein und trittst nun die Rückreise an. Schau dir noch einmal in Ruhe das Ergebnis deiner Arbeit an. Du siehst im Vorbeifliegen die glänzenden sauberen Augen, gelangst durch deine freie Nase in den Mund und von dort in d en rechten Arm.

In dem Bewusstsein, alles getan zu haben, um besser hören, riechen, sehen und schmecken zu können, gleitet das Raumschiff aus deinem rechten Ringfinger wieder aus deinem Körper.

Rücknahme:

Und wenn du soweit bist, beendest du diese Übung. Du ballst mehrfach deine Fäuste, winkelst kräftig die Arme in den Ellenbogen an, atmest tief ein und aus und öffnest dann ganz zum Schluss die Augen.

geschrieben von: Rüdiger Siegel